Bobsport: Am Ende gewinnt Friedrich

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Kann anscheinend nur gewinnen: Francesco Friedrich und sein Viererbobteam in Innsbruck-Igls (21.11.2021)

Die ersten Wintersportwettkämpfe werden wieder ausgetragen. Zuletzt fuhren die Bobfahrerinnen und -fahrer mit ihren schweren Sportinstrumenten am vergangenen Wochenende 1.270 Meter durch die Kunsteisbahn für Bob, Rodeln und Skeleton in Innsbruck-Igls.

Bahn der Superlative

Ein paar Wochen zuvor durften sie die aus dem Boden gestampfte Bahn im chinesischen Yanqing ausprobieren. Johannes Lochner, ewiger Zweiter des deutschen Bobsports, sprach von einer Wahnsinnsbahn voller Superlative. Allerdings habe er während des Trainings keinen einzigen chinesischen Sportler gesehen. Kein Wunder: Sämtliche Teilnehmer waren voneinander abgeschottet, am Ende gewann der Pirnaer Francesco Friedrich. Mal wieder.

Zurück nach Innsbruck-Igls. Friedrich gewann im Zweier- und Viererbob, der Mann hat jetzt insgesamt 54 Weltcupsiege eingefahren. Vierzehn Kurven und ein Kreisel mussten hier überwunden werden. Die Sportler durften keine Bande nehmen, nicht mit den Kufen anecken, mussten so hoch wie möglich den Kreisel überwinden. Das Übliche.

Ein paar Probleme gab es im Vorfeld, denn die Bobs kamen mit Verzögerung an, wie Bundestrainer René Spies berichtete. Anscheinend lagen bei der Ausreise aus Beijing in den Bobkisten die Batterien der Funkgeräte, die gehörten da aber nicht rein. Und im Frankfurter Flughafen gab es nicht genügend Leute, die sich um die Fracht kümmern konnten. Friedrich kratzte das nicht, er dominierte im Zweier- und Viererbob jeweils beide Läufe.

Kurve neun

0,30 Sekunden trennten den Stuttgarter Johannes Lochner und seine drei Anschieber beim Viererbob vom Sieg, den Kanadier Bradley Hall verwies Lochner freilich auf den dritten Rang. Platz vier belegte Benjamin Meier aus Österreich, der von Friedrich gesponsert wird.

Im Zweierbobwettkampf zuvor war’s knapper, da man in der Bahn prinzipiell nicht viel Zeit gutmachen kann, sondern einen Vorsprung am Start herausholen muss. Trotzdem siegte der 31jährige Friedrich vom BSC Sachsen Oberbärenburg – vor Lochner und Hall. Die Eisrinne in Innsbruck-Igls war gut präpariert, auch bei den Frauen sprang ein deutscher Doppelsieg im Zweierbob heraus. Laura Nolte, Dritte bei der WM 2021, gewann vor Kim Kalicki, die mit dem zweiten Lauf vom vierten Rang noch aufs Treppchen stieg und so die Kanadierin Christine de Bruin hinter sich lassen konnte.

Im Monobob gab es wiederum einen US-Doppelsieg mit Elana Meyers Taylor, die nach dem ersten Lauf noch mit der Deutschen Laura Nolte gleichauf gelegen hatte, sich aber verbessern konnte und mit 13 Hundertstelsekunden die Weltmeisterin Kaillie Humphries vom ersten Platz verdrängte. Die Winterbergerin Nolte freute sich aber auch über Platz drei, zumal sie im zweiten Lauf die Ausfahrt aus Kurve neun nicht richtig erwischt hatte. Mariama Jamanka und Kim Kalicki, die Monobob nicht mögen, diesen aber fahren müssen, damit sie für den Zweierbobwettkampf zugelassen werden, wurden Elfte und Zwölfte.

Während der Wettkämpfe in Innsbruck-Igls wurden immer wieder Überlegungen angestellt, wie sich die chinesischen Bobsportler, die der Oberhofer Olympiasieger und Weltmeister André Lange trainiert, wohl schlagen werden bei den Winterspielen in Beijing. Leider raste kein chinesischer Bob durch die Innsbrucker Kurven. Gefahren sind sie bisher nur auf ihrer Bahn in Yanqing – bis zum Abwinken.