Pressefreiheit: Rechter Empfang [Online-Abo]

Ruslan Kozaba saß Ende Juni in einem Zug von Kiew in seine Heimatstadt Iwano-Frankiwsk in der Westukraine. Als der Zug in Lwiw einen längeren Aufenthalt hatte, bemerkte er Leute, die ihn aus der Ferne filmten. Sie hatten neuheidnische Symbole und Hakenkreuze auf den Armen eintätowiert. Einige von ihnen stiegen in denselben Waggon ein, in dem er saß, und beschatteten ihn bis zur Ankunft zweieinhalb Stunden später. Auf dem Bahnsteig wartete dann nachts um halb eins ein »Empfangskomitee« aus zwölf bis 15 Maskierten in einheitlicher Kluft. Einige beschimpften den Journalisten, andere spritzten ihm ein aggressives Desinfektionsmittel ins Gesicht, so dass er auf einem Auge vorübergehend die Sehkraft verlor. Eine dritte Gruppe dokumentierte den Überfall auf Video und stellte ihn später ins Netz. Einen der Angreifer identifizierte Kozaba als Anführer des örtlichen »Rechten Sektors« in Iwano-Frankiwsk – im Zivilberuf Offizier bei der städtischen Polizei. Iwano-Fra…