Coronavirus-Liveticker: +++ 19:38 USA feiern „Corona-Independence-Day“ +++

Mehrere Hundert Menschen haben am Nachmittag in Bochum gegen die Corona-Beschränkungen protestiert. Die Demonstration der Initiative „Querdenken 234“ verlief störungsfrei, wie ein Polizeisprecher sagte. Den Beamten zufolge nahmen bis zu 600 Personen an dem Aufzug mit anschließender Kundgebung teil. Am Abend löste sich diese demnach wie geplant auf. An mehreren Gegendemonstration hätten sich etwa 130 Menschen beteiligt. Die Polizei war mit starken Kräften im Einsatz.

+++ 19:38 USA feiern „Corona-Independence-Day“ +++
Die USA feiern am Sonntag ihren Unabhängigkeitstag. US-Präsident Joe Biden wird am sogenannten Independence Day vor dem Weißen Haus rund tausend Gäste zu einem großen Grillfest empfangen und eine Rede halten. Am Abend gibt es in der Hauptstadt Washington und in vielen anderen US-Städten große Feuerwerke. Biden will an dem Nationalfeiertag, der an die Unabhängigkeitserklärung der USA vom 4. Juli 1776 erinnert, auch die „Unabhängigkeit“ vom Coronavirus feiern.

+++ 19:08 Pfleger in Italien klagen gegen Impfpflicht +++
300 Beschäftigte des italienischen Gesundheitswesens gehen gerichtlich gegen die Impfpflicht für medizinisches Personal vor. „Dies ist kein Kampf von Impfgegnern, sondern ein demokratischer Kampf“, sagte der Anwalt Daniele Granara der Zeitung „Il Giornale di Brescia“. Die Klage wurde von Pflegern in Norditalien eingereicht, für den 14. Juli wurde eine Anhörung angesetzt. „Wir zwingen Leute, ein Risiko einzugehen unter der Androhung, dass sie ihren Beruf nicht länger ausüben dürfen“, sagte Granara, der die Klage mit initiierte. Er vertritt zudem Dutzende Pfleger, die vom Dienst suspendiert wurden, weil sie eine Impfung ablehnten. In Italien trat im April ein Gesetz in Kraft, wonach Beschäftigte privater und staatlicher Gesundheitsdienste, von Apotheken und Arztpraxen sich gegen Covid-19 impfen lassen müssen oder ohne Bezahlung freigestellt werden, sofern sie nicht an anderer Stelle eingesetzt werden können.

+++ 18:34 Drei Kreise in MV sind coronafrei +++
Die Corona-Inzidenz in Mecklenburg-Vorpommern liegt weiter bei 1,4. Laut dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) wurden nur zwei neue Infektionen aus Schwerin gemeldet. Die Gesamtzahl der bestätigten Corona-Infektionen im Land erhöhte sich damit auf 44.164. Vor einer Woche hatte die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche, 2,1 betragen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion blieb konstant bei 1156. Drei Landkreise können inzwischen eine Inzidenz von 0,0 vorweisen: der Landkreis Rostock, Vorpommern-Rügen und die Mecklenburgische Seenplatte. Die höchste Inzidenz hat Schwerin mit 4,2.

+++ 18:02 Freie Impfstoffwahl in Zentren in NRW +++
Impflinge in den Impfzentren in Nordrhein-Westfalen können ab sofort vor Ort auswählen, welchen Impfstoff sie haben möchten. Einen entsprechenden Erlass hat das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium an die Städte und Kreise gerichtet, wie die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) mitteilt. Hintergrund ist die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), nach einer Astrazeneca-Impfung wegen der besseren Wirksamkeit bei einer Zweitimpfung Biontech oder Moderna zu wählen. Das Land habe die entsprechenden Mengen zugesichert. Eine Anmeldung bei der Terminbuchung für einen bestimmten Impfstoff sei nicht nötig, teilten die KVNO mit.

+++ 17:32 Gericht lässt Korruptionsverfahren gegen Bolsonaro zu +++
Brasiliens Oberster Gerichtshof lässt Ermittlungen gegen Präsident Jair Bolsonaro in Zusammenhang mit mutmaßlicher Korruption bei einem Impfstoffvertrag zu. Laut Staatsanwaltschaft soll Bolsonaro bei der Beschaffung eines indischen Impfstoffes seine Amtspflichten verletzt haben. Hintergrund sind Unregelmäßigkeiten bei einem 316 Millionen Dollar umfassenden Vertrag vom Februar mit dem indischen Hersteller Bharat Biotech über 20 Millionen Dosen, in die Bolsonaro verwickelt sein soll. Ein Untersuchungsausschuss des Senats hat den Verdacht erhoben, dass der Impfstoff überteuert und dass Korruption im Spiel war. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe setzte die Regierung den Vertrag aus. Bolsonaro bestreitet jedes Fehlverhalten.

+++ 17:01 Intensivmediziner für Weiterbetrieb von Impfzentren +++
Intensivmediziner haben sich für die Beibehaltung von Impfzentren ausgesprochen. Deutschland benötige ein nochmal gesteigertes Impftempo, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Christian Karagiannidis, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Es komme jetzt auf jeden vollständig Geimpften an, um der Delta-Variante möglichst wenig Angriffsfläche zu geben. „Fünf Prozent mehr oder weniger Geimpfte machen für eine eventuelle vierte Welle enorm viel aus.“ Die Impfzentren würden auch künftig gebraucht, betonte der Mediziner. Von einer Abschaffung rate er ab. „Im Gegenteil: Wir müssen Impfungen in sozialen Brennpunkten mit mobilen Impfteams verstärken.“

+++ 16:31 Jakarta verhängt Teil-Lockdown +++
In Indonesien sind wegen eines alarmierenden Anstiegs der Corona-Neuinfektionen neue Beschränkungen in Kraft getreten. Ab sofort gilt in der Hauptstadt Jakarta, auf der Hauptinsel Java und auf der Urlaubsinsel Bali ein Teil-Lockdown. Schulen, Moscheen, Restaurants und Einkaufszentren müssen geschlossen bleiben. Der Unterricht für Schüler findet vorerst nur noch online statt. Unternehmen wurden aufgerufen, ihre Mitarbeiter ins Homeoffice zu schicken. Auch der öffentliche Nahverkehr wurde eingeschränkt. Inlandsreisen per Bus, Bahn oder Flugzeug sind nur jenen erlaubt, die mindestens eine Impfdosis erhalten haben. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Indonesien hatte sich zuletzt in weniger als einem Montag vervierfacht. Am Freitag wurden mit mehr als 25.000 Ansteckungen und 539 Todesfällen binnen 24 Stunden neue Höchstwerte verzeichnet.

+++ 16:01 Coronaverstöße: Alkoholverbot in Hamburg wirkt +++
Nach mehreren Wochenenden mit Massenpartys und Ausschreitungen im Hamburger Stadtpark hat ein nächtliches Alkoholverbot die Lage offenbar deutlich beruhigt. Am Freitagabend seien in der Spitze etwa 300 Menschen im Stadtpark gewesen, doch mit Beginn der Kontrollen wegen des Alkoholverbots um 21.00 Uhr habe sich der Park recht schnell geleert, sagte ein Polizeisprecher. Kurz vor Mitternacht seien keine Menschen mehr dort gewesen. An den vorhergehenden Wochenenden hatten sich Tausende Menschen im Stadtpark versammelt. Mehrere hundert überwiegend junge Männer hatten nach Angaben von Innensenator Andy Grote nicht nur gegen Corona-Regeln verstoßen, sondern auch Straftaten wie Körperverletzungen, Landfriedensbruch und Sexualdelikte begangen. Die Polizei hatte den Park mehrfach geräumt.

+++ 15:31 Experte: „Deutschland hat zu viele Krankenhäuser“ +++
Nach mehr als einem Jahr Pandemie ist diese Einschätzung brisant: Deutschland hat nach Ansicht des Chefs der Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen, Josef Hecken, zu viele Krankenhäuser. „Wir haben zurzeit 1900 Krankenhäuser, 1200 wären genug“, sagte der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Die Kliniken müssten künftig die Arbeit klüger untereinander aufteilen, forderte Hecken. Kleinere Krankenhäuser auf dem Land sollten sich auf einfache Eingriffe beschränken, während anspruchsvolle Operationen nur in darauf spezialisierten Zentren durchgeführt werden sollten. „Das wäre gut für die Wirtschaftlichkeit und für die medizinische Qualität.“ Um den zu erwartenden weiteren Anstieg der Krankenhauskosten zu bremsen, sei eine umfassende Strukturreform nötig. Im Sommer 2019 hatte die Bertelsmann-Stiftung mit einer Studie zur Krankenhausdichte in Deutschland für Wirbel gesorgt. Darin wurde vorgeschlagen, die Zahl der Kliniken auf unter 600 zu reduzieren.
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+++ 15:01 Erfurt bietet Spontan-Impfungen mit J&J an +++
Spontan und ohne Termin zum Impfen: Kurzentschlossene können sich an diesem Wochenende im Impfzentrum Erfurt ohne vorherige Terminbuchung immunisieren lassen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wird dafür auf der Messe der Impfstoff von Johnson & Johnson verabreicht. Mit diesem reicht bereits eine Spritze für den vollständigen Impfschutz aus. Er sei angesichts der bevorstehenden Urlaubszeit und der raschen Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante besonders wichtig, hieß es.

+++ 14:31 Zahl der Intensivpatienten sinkt Richtung 500er-Marke +++
Die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten in Deutschland nähert sich der Marke 500. Wie aus dem aktuellen DIVI-Intensivregister hervorgeht, werden in deutschen Kliniken derzeit 546 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt. Im Vergleich zum Vortag ist das ein Rückgang um 16 Patienten. Demnach müssen 367 Patienten invasiv beatmet werden, das sind 20 Personen weniger als am Vortag.

+++ 14:01 Inzidenz im Nordwesten nimmt leicht zu +++
Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Niedersachsen abermals leicht gestiegen. Laut Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) lag die durchschnittliche Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus je 100.000 Einwohner innerhalb von einer Woche zuletzt bei 3,4. Am Freitag hatte sie noch 3,3 betragen und nach einem tagelangen Rückgang erstmals wieder zugenommen. Die absolute Summe der registrierten neuen Fälle war mit 49 jedoch etwas geringer als am Freitag (52). Es wurden zudem keine weiteren Todesfälle gemeldet. Auch im Bundesland Bremen stieg die Inzidenz geringfügig an, von 6,0 am Freitag auf 6,5 am Samstag. Hier kamen laut RKI neun weitere bestätigte Infektionen, aber keine Todesfälle hinzu.

+++ 13:41 Mallorca hofft trotz steigender Infektionszahlen auf gute Sommersaison +++
Trotz wieder zunehmender Infektionen hoffen die Politik und die Tourismusbranche auf der Deutschen liebsten Ferieninsel Mallorca auf eine gute Sommersaison. „Die Lust aufs Reisen ist groß. Wir hoffen auf eine Saison, die weit bis in den Herbst hinein anhält“, zitierte die „Mallorca Zeitung“ Regionalpräsidentin Francina Armengol. Auch die Managerin von Hotels der Gruppe Melía in Magaluf, Belén Sanmartín, äußerte sich vorsichtig optimistisch. Sie hoffe in diesem Sommer auf eine Auslastung von 50 bis 60 Prozent, berichtete die Zeitung „Diario de Mallorca“ am Samstag. Magaluf, sozusagen der Ballermann der Briten, erwacht gerade zu neuem Leben, nachdem Großbritannien die Balearen auf die grüne Liste der Regionen gesetzt hat, die bei der Rückkehr in die Heimat keine Quarantänepflicht auslösen. Allerdings müssen Briten anderes als Deutsche einen negativen PCR-Test vorlegen, um zu der Inselgruppe im Mittelmeer zu reisen.

+++ 13:18 Tokio registriert 716 Neuinfektionen – Höchstwert seit mehr als fünf Wochen +++
Knapp drei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele meldet Tokio 716 Neuinfektionen binnen 24 Stunden – so viele wie seit mehr als fünf Wochen nicht mehr. Tokio und drei benachbarte Präfekturen gehören zu den Regionen in Japan, in denen bis 11. Juli ein Quasi-Ausnahmezustand gilt. Die Behörden könnten die Beschränkungen aber um zwei oder noch mehr Wochen verlängern. Die Entscheidung soll um den 8. Juli herum fallen, dann wird IOC-Präsident Thomas Bach in Japan erwartet. Die Olympischen Sommerspiele sollen am 23. Juli beginnen.

+++ 12:54 Länder setzen auf gesicherten Schulstart nach Ferien +++
Die Bundesländer gehen davon aus, dass die Schulen nach den Sommerferien im Normalbetrieb starten können. Laut einer Reuters-Umfrage bei allen Landesregierungen halten sich die Länder auch bei einer Ausbreitung der Delta-Virusvariante für gut vorbereitet. Länder wie Brandenburg haben bereits ein Konzept vorgelegt, dass etwa die Beibehaltung der Testpflicht für Schülerinnen und Schüler vorsieht. „Zudem werden wir inzidenzunabhängig eine Maskenpflicht an Schulen in den ersten beiden Wochen nach den Sommerferien einführen, um das Risiko der Einschleppung von Infektionen, vor allem auch der Delta-Variante oder anderer Mutationen, zu minimieren“, sagte die baden-württembergische Kultusministerin Theresa Schopper. „Wechsel- und Distanzunterricht können wir nie ausschließen, wir gehen aber davon aus, dass er nicht mehr notwendig sein“, hieß es im hessischen Kultusministerium. In einigen Bundesländern wie dem Saarland fallen erst noch Entscheidungen über die genauen Anforderungen für den Schulstart. Grund ist auch, dass der Schulbeginn in den Ländern stark zeitlich versetzt ist – die Ferien in Mecklenburg-Vorpommern enden bereits am 31. Juli, in Bayern aber erst am 13. September.
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+++ 12:27 Slowakei führt Pflichtquarantäne für ungeimpfte Einreisende ein +++
Aus Sorge vor neuen Corona-Varianten verschärft die Slowakei ihre Einreiseregeln drastisch. Vom 9. Juli an müssen alle Ungeimpften für 14 Tage in Quarantäne, wie aus einer neuen Verordnung der Regierung des EU-Mitgliedstaats hervorging. Das gilt unabhängig vom Herkunftsland. Frühestens am fünften Tag ist dann ein PCR-Corona-Test möglich, mit dem man sich aus der Quarantäne befreien kann. Reisende, die seit mindestens 14 Tagen einen vollständigen Impfschutz haben, sind von der Quarantäne ausgenommen. Die Änderung sorgte vor allem in Tschechien für Enttäuschung, denn die Slowakei mit dem Hochgebirge Hohe Tatra ist im Nachbarland als Urlaubsziel beliebt. Transitreisende, die zum Beispiel von Deutschland über Tschechien und die Slowakei nach Ungarn fahren wollen, sind von der Quarantäne ausgenommen. Sie müssen sich indes an vorgegebene Straßenrouten halten.

+++ 12:00 Ärzte warnen vor Aufhebung der Maßnahmen in England Mitte Juli +++
Wegen der rapiden Ausbreitung der Delta-Variante haben Mediziner vor einer baldigen Aufhebung aller Corona-Maßnahmen in England gewarnt. „Da die Fallzahlen wegen der hohen Ansteckungsrate der Delta-Variante weiterhin alarmierend ansteigen und mehr Menschen sich treffen, macht es keinen Sinn, die Beschränkungen in etwas mehr als zwei Wochen vollständig aufzuheben“, sagte Chaand Nagpaul von der British Medical Association dem Sender BBC. Die britische Regierung will nach derzeitigem Stand am 19. Juli die meisten verbleibenden Maßnahmen in England aufheben. So könnten dann Nachtclubs wieder öffnen und Menschen sich in unbegrenzt großen Gruppen treffen und feiern. Sogar die Aufhebung der Maskenpflicht steht zur Debatte. Der Medizinerverband fordert, Masken in Innenräumen wie Geschäften oder Bahnen und Bussen weiterhin verpflichtend zu machen. Außerdem solle bessere Lüftungstechnik eingesetzt werden.

+++ 11:34 Iran: Ruhani warnt wegen Delta-Variante vor fünfter Welle +++
Der iranische Präsident Hassan Ruhani warnt angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante vor einer neuen Corona-Welle in seinem Land. „Es ist zu befürchten, dass wir uns auf dem Weg zu einer fünften Welle im ganzen Land befinden“, sagte Ruhani bei einer Sitzung des nationalen Corona-Komitees. In den südlichen Provinzen sei wegen der Verbreitung der Delta-Variante besondere Vorsicht geboten. Ruhani appellierte an die Iraner, die Hygienevorschriften zum Schutz vor Infektionen einzuhalten. Mehrere Provinzen im Süden und Südosten des Iran wurden zur „roten“ Zone erklärt, wie das Gesundheitsministerium erklärte. Die höchste Corona-Warnstufe gilt auch in zehn Städten der Provinz Teheran.

+++ 11:11 Berliner DRK-Präsident fordert Strafe für Impfterminschwänzer +++
Mario Czaja, Präsident des Berliner Roten Kreuzes (DRK), wirbt dafür, Impfterminschwänzer zur Kasse zu bitten. Wer etwa seinen Termin für die Zweitimpfung in einem der Impfzentren ohne Absage verstreichen lasse, könne mit einer Strafzahlung von 25 bis 30 Euro belegt werden, schlug Czaja im Interview mit dem RBB vor. Das sei teilweise auch bei niedergelassenen Ärzten gängige Praxis. „Wir erleben leider seit einigen Wochen, dass zunehmend Menschen sich nicht abmelden, obwohl sie einen Termin in den Impfzentren haben. Das ist ziemlich unsolidarisch denen gegenüber, die schneller einen Termin haben wollen“, findet der DRK-Präsident. Inzwischen würden seinen Angaben nach fünf bis zehn Prozent der Termine nicht wahrgenommen.
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+++ 10:43 Russland meldet so viele Todesfälle an einem Tag wie noch nie +++
Russland meldet den fünften Tag in Folge einen Rekord bei den täglichen Todesfällen im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion. Binnen 24 Stunden starben nach Angaben der Regierung 697 Menschen, so viele wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie. 24.439 Neuinfektionen seien bestätigt worden. Zuletzt wurde ein solches Niveau Anfang Januar gemeldet. 7446 der Neuinfektionen wurden in Moskau registriert. Als Grund sehen die Behörden die Ausbreitung der Delta-Variante des Virus.

+++ 10:17 Italienische Polizei nimmt Netzwerk für gefälschte Corona-Pässe hoch +++
Italienische Ermittler haben mehrere Kanäle und Konten der Chat-App Telegram beschlagnahmt, über die Kriminelle digitale Zertifikate für den sogenannten Grünen Pass anboten. Insgesamt habe es sich um zehn Kanäle und Accounts gehandelt, die die Nutzer zu anonymen Konten auf Marktplätzen im Dark Web führten, teilte die Finanzpolizei mit. Auf den Online-Handelsplätzen hätten Verkäufer Fälschungen für das digitale Zertifikat gegen eine Bezahlung in Kryptowährungen angeboten. Der Nachweis bescheinigt den vollständigen Impfschutz gegen Covid-19 und ist für Reisen etwa innerhalb der EU wichtig. Der Preis dafür lag der Guardia di Finanza zufolge umgerechnet zwischen 110 und 130 Euro. Tausende Nutzer hätten sich auf den Telegram-Kanälen registriert, hieß es weiter. Dort wurden auch Ampullen mit einem angeblichen Impfstoff gegen Corona zum Kauf angeboten.

+++ 09:48 Europaabgeordnete empört über volle Stadien bei Fußball-EM +++
Angesichts der hohen Zuschauerzahlen in den Stadien und tausender Corona-Infektionen im Umfeld der Fußball-Europameisterschaft wird die Kritik an der Europäischen Fußball-Union (Uefa) schärfer. „Mir fehlt jedes Verständnis für das lediglich gewinnorientierte Agieren der Uefa, welches sie im Verlaufe des Turniers schon mehrfach gezeigt hat“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Europa-SPD, Tiemo Wölken, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Dieses Verhalten gefährdet Menschenleben und kann uns in der Pandemiebekämpfung weit zurückwerfen.“ Der Gesundheitsexperte der europäischen Konservativen, Peter Liese von der CDU, sagte dem RND: „Es ist mittlerweile leider bewiesen, dass die Euro 2020 ein Pandemietreiber ist.“ In Finnland etwa sei die Sieben-Tage-Inzidenz nach dem Spiel Finnlands gegen Belgien im russischen St. Petersburg sprunghaft angestiegen. Der Grünen-Europaabgeordnete Sven Giegold sieht auch die Regierungen in der Verantwortung. „Es ist kein gutes Zeichen für die Demokratie, wenn Regierungen vor einem durch Korruption gekennzeichneten Fußballverband kuschen“, sagte Giegold.

+++ 09:23 Sieben-Tage-Inzidenz: Keine deutsche Region mehr über 25 +++
Keine deutsche Region liegt bei der Sieben-Tage-Inzidenz mehr über 25 (Vortag: 1). 41 Regionen weisen eine Null-Inzidenz aus, sind also ohne neu gemeldete Fälle binnen sieben Tagen (Vortag: 42).

+++ 08:49 Erste Vereinbarungen zur Lieferung von Biontech-Dosen nach Taiwan erzielt +++
Der Gründer des taiwanischen Elektronikzulieferers Foxconn, Terry Gou, und der Chip-Auftragsfertiger TSMC haben Insidern zufolge vorläufige Vereinbarungen zum Kauf von je fünf Millionen Dosen des Corona-Impfstoffes von Biontech getroffen. Die Abkommen seien mit einer Tochterfirma des chinesischen Unternehmens Fosun Pharma erzielt worden, das über eine Lizenzvereinbarung zur Vermarktung des Covid-19-Impfstoffs von Biontech in China, Hongkong, Macau und Taiwan verfüge, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Vorgesehen sei, dass der deutsche Hersteller die Impfdosen direkt nach Taiwan liefere, sagte einer der Insider. Die Vereinbarungen seien allerdings noch nicht endgültig unter Dach und Fach. Taiwans Regierung hat über Monate hinweg versucht, direkt von Biontech Impfstoff zu kaufen. Nach ihren Angaben kam aber ein eigener Vertrag zwischen dem Inselstaat und Biontech zu Jahresbeginn auf Druck Chinas nicht zustande.

+++ 08:18 Lauterbach: „Die Kinder wurden einem enormen psychischen Druck ausgesetzt“ +++
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat den Umgang mit Kindern in der Pandemie als falsch kritisiert. Dass Kindern erzählt worden sei, sie dürften nicht in die Schule gehen, weil sie sich sonst mit dem Virus infizieren und ihre Großeltern gefährden oder schlimmstenfalls sogar umbringen könnten, sei „vollkommen daneben“ gewesen, sagte Lauterbach in einem gemeinsamen „F.A.Z.“-Interview mit dem Direktor der Abteilung für Kinderkardiologie und Intensivmedizin am Klinikum der Universität München und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie, Professor Nikolaus Haas. „Die Kinder wurden einem enormen psychischen Druck ausgesetzt. Die hatten schlimme Schuldgefühle“, so Lauterbach. Mediziner Haas sagte: „Den Kindern wurde während der Pandemie Angst eingejagt: Kinder, wenn ihr aus der Schule nach Hause kommt, steckt ihr die Oma an und bringt sie um, deshalb müsst ihr zu Hause bleiben. Das war natürlich Unsinn.“ Lauterbach plädierte dafür, auch Kinder schon jetzt gegen das Coronavirus impfen und sie „in ein weitgehend normales Schuljahr starten“ zu lassen.

+++ 07:47 Opposition mahnt intensivere Vorbereitung auf Corona-Herbst an +++
Grüne, Linke und FDP drängen die Bundesregierung, das Land besser auf möglicherweise steigende Corona-Infektionszahlen im Herbst vorzubereiten. „Jetzt müssen die Vorbereitungen für den Herbst getroffen werden und insbesondere die Schulen auf möglicherweise wieder steigende Infektionszahlen vorbereitet werden“, mahnte die Linken-Vorsitzende Janine Wissler im „Spiegel“. Schon im letzten Sommer sei dies komplett versäumt worden. Das Impfen müsse dringend beschleunigt werden, zudem mit der Notwendigkeit einer dritten Impfung im Herbst gerechnet werden. „Deshalb halten wir die geplante Schließung der Impfzentren für falsch und verfrüht“, sagte Wissler. Auch die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, befürchtet eine weitere Welle im Herbst. „Bei der Deltavariante darf sich das Planungsversagen der Bundesregierung nicht erneut wiederholen“, sagte sie dem Magazin. Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Marco Buschmann, drängt auf eine veränderte Impfkampagne. „Wir benötigen auch mehr mobile Impfteams in der Fläche, um Unentschlossene besser aufzuklären und zu erreichen“, sagte der FDP-Politiker. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 07:17 Kalifornischer Zoo impft seine Tiere gegen Covid-19 +++
Der Zoo im kalifornischen Oakland hat damit begonnen, Tiere wie Tiger, Bären, Pumas und Frettchen gegen Covid-19 zu impfen. Nach Mitteilung des Zoos soll der experimentelle Impfstoff des US-Herstellers Zoetis als nächstes Affen, Fruchtfledermäusen und Schweinen verabreicht werden. Bis jetzt hätten sie auf Schutzmaßnahmen wie Abstand, Barrieren und Schutzkleidung der Mitarbeiter gesetzt. Sie seien „erleichtert“, ihre Tiere nun mit einem Impfstoff besser schützen zu können, sagte die Veterinärin Alex Herman. Der Tiergesundheitskonzern Zoetis will laut der Mitteilung knapp 70 Zoos und anderen Einrichtungen in den USA mehr als 11.000 Dosen des Impfstoffes spenden.

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Mitarbeiter des Zoos verabreichen einem Frettchen den Corona-Impfstoff.

(Foto: picture alliance/dpa/Zoo Oakland)

+++ 06:50 Ferienstart: Ostfriesische Inseln sind fast ausgebucht +++
Zum Ferienstart in NRW und bei niedrigen Corona-Zahlen blicken die niedersächsischen Tourismusregionen optimistisch auf die anstehende Hauptsaison. Viele Ostfriesische Inseln etwa sind schon nahezu ausgebucht. Auf Borkum sind die meisten Unterkünfte bereits von Stammgästen belegt. Juist und Norderney melden für den Sommer Buchungen etwa auf dem hohen Vorjahresniveau. Auf Baltrum sind besonders Ferienwohnungen und Ferienhäuser gefragt; sie sind von Mitte Juli bis Ende August schon so gut wie weg. „In den Hotels und Pensionen sind aktuell in der Hauptsaison noch 15 Prozent der Unterkünfte frei gemeldet“, sagte der Marketingleiter der Baltrumer Kurverwaltung, Stephan Moschner. Wangerooge verzeichnet für Juli und August eine Auslastung bei den Übernachtungsmöglichkeiten zwischen 90 und 100 Prozent. „Die Menschen wollen endlich wieder los und an die frische Luft“, sagte Rieka Beewen vom Tourismusservice der Kurverwaltung. Auf allen Inseln könnten sich durch kurzfristige Stornierungen aber noch Lücken für Spontanreisende finden, hieß es.

+++ 06:14 Straßensperren auf Bali und Java: Indonesien kämpft gegen rasant steigende Neuinfektionen +++
Auf den indonesischen Inseln Java und Bali errichtet die Polizei Straßensperren und mehr als 400 Kontrollpunkte, um einen strengen Lockdown für Hunderte Millionen Menschen durchzusetzen. Indonesien kämpft zur Zeit gegen eine der größten Coronavirus-Wellen in Asien. Mit den Beschränkungen soll die Zahl der Neuinfektionen auf täglich weniger als 10.000 gesenkt werden. Am Freitag verzeichnete Indonesien 25.830 Neuinfektionen und 539 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. In dem Land breitet sich vor allem die hochansteckende Delta-Variante aus.

+++ 05:37 Online-Supermärkte profitierten kaum in der Krise +++
Auch in der Corona-Krise halten die Menschen in Deutschland ihren vertrauten Supermärkten und Discountern überwiegend die Treue. Nur jeder zehnte Verbraucher hat im Frühjahr in einem Online-Supermarkt eingekauft, wie eine Umfrage der Unternehmensberatung Oliver Wyman ergibt. Die Verbraucher und Verbraucherinnen in Deutschland sind damit beim Thema Online-Einkauf von Lebensmitteln auch in der Pandemie deutlich zurückhaltender als die Konsumenten in anderen europäischen Ländern. Zum Vergleich: In Spanien kaufen der Studie zufolge im ersten Quartal 41 Prozent, in Frankreich 40 Prozent und in England 32 Prozent der Verbraucher in einem Online-Supermarkt ein. Ähnlich groß wie in Deutschland ist die Zurückhaltung der Konsumenten lediglich in Österreich (11 Prozent) und der Schweiz (15 Prozent). Viele Kunden in Deutschland legen der Umfrage zufolge nach wie vor Wert darauf, die Produkte vor dem Kauf zu sehen und befürchten beim Online-Shopping nicht die beste Produktqualität zu erhalten.

+++ 04:29 Bundesweite Inzidenz sinkt auf 4,9 +++
Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist unter fünf Fälle pro 100.000 Einwohner gefallen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Morgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilt, sank der Wert auf 4,9. Am Freitag hatte er bei 5,0 gelegen und am Samstag vergangener Woche bei 5,9. Wie das RKI weiter mitteilt, wurden binnen 24 Stunden 671 Corona-Neuinfektionen sowie 16 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt damit bei 3.730.353, die Zahl der Corona-Toten beträgt 91.023. Die Zahl der von einer Corona-Infektion Genesenen gibt das RKI mit etwa 3.627.800 an.

Hinweis: Die Zahlen des RKI weichen in der Regel leicht von jenen Falldaten ab, die ntv.de täglich am Abend meldet. Das ntv.de-Datenteam greift direkt auf die Meldezahlen aus den Bundesländern zu, wie sie von den Ministerien und Behörden vor Ort veröffentlicht werden. Das RKI hingegen ist an die gesetzlich vorgeschriebenen Meldewege gebunden, was zu einem zeitlichen Verzug führen kann.

Zudem bilden die jeweiligen Tageswerte unterschiedliche Erfassungszeiträume ab: Die ntv-Auswertung sammelt die jeweils bis zum Abend veröffentlichten Länderangaben und errechnet daraus einen täglichen Stand der gemeldeten Fallzahlen, der in der Regel ab 20.00 Uhr veröffentlicht wird. Das Erfassungssystem des RKI dagegen berücksichtigt eingehende Meldungen bis Mitternacht, wobei der aktuelle Datenstand dann am nachfolgenden Morgen bekannt gegeben wird.

+++ 03:34 Südafrika meldet neuen Höchststand der täglichen Neuinfektionen +++
Südafrika registriert einen neuen Höchststand der täglichen Corona-Neuinfektionen. Binnen 24 Stunden seien 24.270 neue Corona-Fälle gemeldet worden, teilte das Nationale Institut für ansteckende Krankheiten mit. Damit seien mittlerweile 2.019.826 Ansteckungen in Südafrika nachgewiesen worden. Der bisherige Tageshöchststand war im Januar mit 21.980 Neuansteckungen erreicht worden. Die Zahl der Corona-Toten steigt mit 303 weiteren Opfern auf 61.332. Das Land befinde sich „im Auge des Sturms der dritten Corona-Welle“, sagt Vize-Gesundheitsminister Joe Phaahla bei einer Pressekonferenz. Die Zahlen der täglichen Neuinfektionen hätten in den vergangenen zwei Wochen das Ausmaß während der ersten beiden Pandemie-Wellen überschritten. Auch in Südafrika wird der Anstieg der Neuinfektionen auf die hochansteckende Delta-Variante zurückgeführt.

+++ 02:55 Intensivmediziner fordert Abkehr vom Fokus auf Inzidenzwerte +++
Um die Folgen der Delta-Ausbreitung besser abschätzen zu können, fordert der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Christian Karagiannidis, eine Abkehr vom Fokus auf die Inzidenzwerte. „Ich plädiere für erweiterte Messwerte in der Pandemiebekämpfung. Mit steigender Impfquote ist der Inzidenzwert alleine weniger aussagekräftig, um die potentielle Gefahr für das Gesundheitssystem messen zu können“, sagt Karagiannidis der „Rheinischen Post“. „Wir rechnen damit, dass die Inzidenzwerte im Herbst, wie in England aktuell schon der Fall, stärker steigen werden als die Zahl der Intensivpatienten“, so der Intensivmediziner. „Welche Gefahr die Delta-Variante aber für jüngere Menschen birgt, lässt sich im Moment noch nicht abschließend sagen“, so Karagiannidis.

+++ 02:06 Lauterbach ist gegen Abgabe von Astra-Impfdosen an andere Länder +++
SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach bedauert die niedrige Nachfrage nach dem Impfstoff von Astrazeneca. „Es ist leider erschreckend, dass die Nachfrage nach Astrazeneca in Deutschland stark eingebrochen ist. Die Arztpraxen müssen auf Grundlage von Gesprächen mit befreundeten Ärzten bereits ein Drittel der vorliegenden Astrazeneca-Dosen vernichten, weil sie sie nicht rechtzeitig loswerden“, so Lauterbach gegenüber der „Rheinischen Post“. Lauterbach warb zuletzt für eine Kombi-Impfung von Astrazeneca und einem der mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer oder Moderna. Deshalb erteilt er einer Abgabe der bereits vorliegenden und bestellten Impfdosen an andere Länder vorerst eine Absage. „Ich sehe keinen Grund dafür, Astrazeneca-Dosen an andere Länder abzutreten, solange wir noch keine Herdenimmunität in Deutschland haben. Bis dahin wird es aber noch mindestens einige Monate dauern. Wir sollten parallel die Produktion von Impfstoff für ärmere Länder fördern“, so Lauterbach.

+++ 01:20 Hamburger Polizei setzt Alkoholverbot im Stadtpark durch +++
Die Hamburger Polizei setzt am Freitagabend das Alkoholverbot im Stadtpark wie angekündigt konsequent um. In der Spitze seien etwa 300 Menschen im Stadtpark gewesen, doch mit Beginn der Kontrollen wegen des Alkoholverbots um 21.00 Uhr habe sich der Park recht schnell geleert. Kurz vor Mitternacht spricht ein Polizeisprecher von einer „absoluten Null-Lage“, es seien keine Menschen mehr dort. An den vergangenen Wochenenden hatte die Polizei den Stadtpark mehrfach geräumt.

+++ 00:29 Rewe verzeichnet großen Nachholbedarf bei Reisebuchungen +++
Der Kölner Handels- und Touristikkonzern Rewe sieht eine deutliche Belebung des Reisegeschäfts. „Es gibt einen großen Nachholbedarf nach den vielen Monaten der Einschränkung“, sagt Rewe-Chef Lionel Souque der „Rheinischen Post“ laut Vorabbericht. Das Unternehmen sehe aktuell Buchungseingänge in der Woche, die über dem Niveau von 2019 lägen. Trotzdem bleibe 2021 ein schwieriges Jahr, weil die Menschen später buchten als in anderen Jahren.

+++ 23:58 Von der Leyen ruft wegen Delta-Variante zur Impfung auf +++
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wirbt angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus eindringlich für Impfungen. „Wir machen uns Sorgen wegen der Delta-Variante, sie wird die (Zahl der) Infektionen erhöhen“, sagt sie bei einem Besuch in Litauen. Die „gute Nachricht“ aber sei, dass die Corona-Impfstoffe wirksam gegen die ansteckendere Delta-Variante seien. Die Schwere der Infektion könne durch Impfungen und Hygienemaßnahmen reduziert werden. „Wir sollten die Impfungen vorantreiben, um uns zu schützen“, sagt von der Leyen in Vilnius. Die sogenannte Delta-Variante des Coronavirus war zuerst in Indien entdeckt worden. Sie verbreitet sich inzwischen in vielen Ländern außerordentlich schnell. Als gesichert gilt, dass Delta deutlich ansteckender ist als alle anderen bisher bekannten Varianten. Vollständig geimpfte Menschen sind nach derzeitigem Kenntnisstand auch bei Delta gut gegen einen schweren Covid-19-Verlauf geschützt.

+++ 23:11 Neues Gremium soll Bulgariens Impfaktion vorantreiben +++
Bulgarien setzt zur Beschleunigung seiner stockenden Impfkampagne nun auf ein neu geschaffenes Gremium. Der neue „gesellschaftliche Rat“ aus Experten, Journalisten, Religionsvertretern und Prominenten wie etwa Opernsängerin Aleksandrina Pendatschanska kam heute zum ersten Mal zusammen. Die Impfquote des südosteuropäischen Landes ist bei knapp 14 Prozent der Bevölkerung mit Erstimpfung und rund 11,7 Prozent vollständig Geimpften im EU-Vergleich sehr niedrig. Das neue Gremium soll die offensichtlich impfskeptischen Bulgaren von der Bedeutung der Impfungen überzeugen. In dem Balkanland kursieren viele Vorurteile gegen die Impfungen sowie Desinformationen.

+++ 22:28 Slowakei verkauft Großteil der Sputnik-V-Impfstoffdosen wieder an Russland +++
Die Slowakei hat einen Großteil ihrer Sputnik-V-Impfstoffdosen zurück an Russland verkauft. Grund sei das geringe Interesse der heimischen Bevölkerung an dem Vakzin, teilt das slowakische Gesundheitsministerium mit. Der Impfstoff ist in Europa nicht zugelassen. Die Slowakei habe 160.000 Dosen von 200.000 Dosen, die im März importiert worden seien, an Russland zurückgeschickt. Die Dosen seien zum ursprünglichen Preis von 9,95 Dollar je Stück veräußert worden.

+++ 21:45 In Ungarn fällt die Maskenpflicht +++
In Ungarn treten ab sofort umfangreiche Lockerungen der staatlichen Corona-Beschränkungen in Kraft, weil inzwischen 5,5 Millionen Ungarn zumindest eine Erstimpfung erhalten haben. Die Regierung gibt bekannt, dass diese Impfquote erreicht wurde. In Ungarn leben rund 9,8 Millionen Menschen. Somit werden automatisch zahlreiche Einschränkungen aufgehoben. Ungarns Regierung macht Lockerungen ausschließlich vom Impf-Fortschritt abhängig, nicht von der Inzidenz der Neuansteckungen. Demnach fällt nun unter anderem die bisher gültige Maskenpflicht in geschlossenen öffentlichen Räumen weg. Sie gilt nur noch in Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen wie Altenheimen.

+++ 21:13 Affäre um Impfstoff-Korruption: Ermittlungen gegen Bolsonaro +++
Die brasilianische Staatsanwaltschaft nimmt Vorermittlungen zur Rolle von Präsident Jair Bolsonaro in einem mutmaßlichen Korruptionsfall auf. Damit solle festgestellt werden, ob die Voraussetzungen für eine Anklage des rechtsextremen Staatschefs vorliegen, teilt die Staatsanwaltschaft mit. Am Montag hatten drei Abgeordnete Klage wegen Amtspflichtverletzung gegen Bolsonaro vor dem Obersten Gericht des Landes eingereicht. Der Präsident hatte den Abgeordneten zufolge trotz seines Wissens über ein „gigantisches Korruptionsschema“ nichts unternommen. Demnach soll der Staatschef von Korruption im Zusammenhang mit einem Vertrag über den in Indien hergestellten Impfstoff Covaxin im Wert von 300 Millionen Dollar (rund 250 Millionen Euro) gewusst und nicht interveniert haben. Als weitere Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit dem Covaxin-Deal bekannt wurden, sah sich die Regierung gezwungen, die Vereinbarung zu kündigen.

+++ 20:46 Helgoland lockert Regeln für Urlauber +++
Auch Helgoland lockert die Corona-Regeln weiter: Die Testpflicht für die Einreise wird am Montag für Tagesgäste aufgehoben. Das teilt der zuständige Kreis Pinneberg mit. Die aktuellen Rahmenbedingung ließen diese Lockerung zu. Urlauber, die auf der Hochseeinsel übernachten möchten, müssen aber auch weiterhin einen Nachweis über einen negativen Test haben. Er muss vor Reiseantritt gemacht werden und darf beim Einchecken nicht älter als 48 Stunden sein. Auch wer in einer Gaststätte im Innenbereich speisen möchte, muss ein negatives Testergebnis vorlegen. Vollständig Geimpfte oder Genesene brauchen dies nicht.

+++ 20:13 Aktuelle Datenlage in Deutschland: 649 neue Fälle gemeldet – R-Wert bei 1,0 +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 3.730.132 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 649 neue Fälle hinzu. Im Vergleich zur Vorwoche ist das ein Rückgang um 16,4 Prozent. Am 25. Juni waren 776 Neuinfektionen gemeldet worden.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 58 auf 91.010. Am 25. Juni waren 73 Todesfälle gemeldet worden. Als aktuell infiziert gelten rund 12.700 Personen. Laut Divi-Register werden in Deutschland derzeit 562 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 387 davon werden beatmet.

Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1,00 angegeben (Vortag: 0,85). Der Sieben-Tage-R-Wert liegt aktuell ebenfalls bei 1,00 (Vortag: 0,92). Er lag zuletzt am 26. April auf diesem Niveau.

+++ 19:44 Südkorea meldet höchste Fallzahl seit sechs Monaten +++
Südkorea verzeichnet bei den täglichen Neuinfektionen den höchsten Stand seit fast sechs Monaten. Es seien 826 Fälle hinzugekommen, teilen die Gesundheitsbehörden mit. Es ist demnach der höchste Tageswert seit dem 7. Januar. Die Gesamtzahl sei auf mehr als 158.500 Fälle gestiegen. Die Behörden warnen, dass sich die Lage angesichts der zunehmenden Aktivitäten der Menschen im Freien und der zunehmenden Zahl der Delta-Fälle weiter verschlimmern könnte. Es sei besonders beunruhigend, dass es unter jüngeren Menschen eine steigende Zahl von Ansteckungen gebe, sagt Premierminister Kim Boo Kyum. In der vergangenen Wochen seien vier von zehn Fällen bei Menschen in den Zwanzigern und Dreißigern vorgekommen.

+++ 19:11 Viele Betriebsarzt-Impfungen wurden bisher wohl nicht erfasst +++
Ein erheblicher Teil der betrieblichen Impfungen geht einem Bericht zufolge bisher nicht in die Statistik des Robert-Koch-Instituts (RKI) ein. Ein zentraler Grund sei, dass zahlreiche Betriebsärzte ihre Daten noch nicht an die Digitale Impfquotenmonitoring (DIM), eine Datenbank des RKI, melden könnten, berichten die „Stuttgarter Zeitung“ und die „Stuttgarter Nachrichten“. Daraus ergibt sich nach Angaben des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) ein erheblicher Melderückstand. „Wir wissen aus einer aktuellen Umfrage im Verband, dass 40 Prozent der Betriebsärzte noch nicht an das DIM zur Meldung an das RKI angebunden sind“, sagt VDBW-Vizepräsidentin Anette Wahl-Wachendorf. Die noch unveröffentlichte Umfrage wurde demnach am 28. Juni vorgenommen. Dem RKI zufolge wurden seit dem Start der betrieblichen Impfkampagne am 7. Juni bis zum 30. Juni bundesweit erst 553.043 Erstimpfungen und 10.852 Zweitimpfungen durch Betriebsärzte in der Statistik erfasst.

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