Coronavirus-Liveticker: +++ 07:44 Neuseeland lockert „Travel-Bubble“ +++

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek fordert angesichts der sich ausbreitenden Corona-Delta-Variante eine Einhaltung der Maskenpflicht bei den Spielen der Fußball-Europameisterschaft. „Die Maske ist wichtig“, sagt der CSU-Politiker im Deutschlandfunk. Daher würden der DFB und die UEFA aufgefordert, die Maskenpflicht durchzusetzen. Er sei besorgt, dass etwa im Wembley-Stadion in London beim Spiel England gegen Deutschland 45.000 Zuschauer zugelassen seien. Für Reiserückkehrer fordert Holetschek zudem „konsequente“ Kontrollen von Testergebnissen und Quarantänen ein. Um die Ausbreitung der sich rasch ausbreitenden Corona-Variante einzudämmen, sei aber der vollständige Impfschutz das geeigneteste Mittel.

+++ 07:44 Neuseeland lockert „Travel-Bubble“ +++
Neuseeland hebt die Corona-Restriktionen in Wellington auf und nimmt den quarantänefreien Reiseverkehr mit Teilen Australiens wieder auf. Die sogenannte Reise-Blase („Travel-Bubble“) werde mit Südaustralien, Australisches Hauptstadtterritorium (ACT), Tasmanien und Victoria ab dem 5. Juli wieder aufgenommen, erklärt die neuseeländische Regierung. Die Coronavirus-Beschränkungen in Wellington werden ab Dienstag Mitternacht gelockert.

+++ 07:11 Mehr als 20 Millionen Australier müssen in den Lockdown +++
Der Lockdown in Australien wird wegen mehrerer Cluster der hochansteckenden Delta-Variante ausgeweitet. Ab heute Abend gelten auch im Südosten des Bundesstaates Queensland rund um die Hauptstadt Brisbane zunächst für drei Tage die strengeren Vorschriften, teilt Queenslands Premierministerin Annastacia Palaszczuk mit. Betroffen seien auch die beliebten Urlaubsgebiete Sunshine Coast und Gold Coast. Von den Lockdowns in den Regionen um Sydney, Perth, Darwin und nun Brisbane sind mehr als 20 Millionen Australier – rund 80 Prozent der Landesbevölkerung – betroffen.

+++ 06:26 Studie: Moderna und Biontech schützen wohl jahrelang +++
Die Impfstoffe von Biontech und Moderna sollen jahrelang vor dem Coronavirus schützen. Wie aus einer wissenschaftlichen Studie im „Nature“-Magazin hervorgeht, lösen sie im Körper eine anhaltende Immunreaktion aus. Die Ergebnisse stützen die Annahme, dass die meisten Menschen, die mit den mRNA-Impfstoffen immunisiert wurden, möglicherweise keine Auffrischimpfung benötigen, solange sich das Virus und seine Varianten nicht viel über ihre aktuellen Formen hinaus entwickeln. Das sei laut der an der Studie beteiligten Wissenschaftler allerdings nicht garantiert. „Es ist ein gutes Zeichen dafür, wie dauerhaft unsere Immunität nach diesem Impfstoff ist“, sagt Studienleiter Ali Ellebedy, Immunologe an der Washington University in St. Louis, der „New York Times“ zu den Ergebnissen. Bereits vor einem Monat hatte ein Forscherteam um Ellebedy festgestellt, dass bei Menschen, die eine Covid-Erkrankung überstanden hatten, Immunzellen gegen Sars-CoV-2 auch acht Monate nach der Infektion im Knochenmark festgestellt wurden. Eine weitere Studie zeigte, dass sogenannte Gedächtnis-B-Zellen noch mindestens ein Jahr nach der Infektion im Körper verbleiben. Eine Auffrischimpfung sollen laut Studie nur Menschen benötigen, die dauerhaft mit Medikamenten behandelt werden und ältere mit einem schwachen Immunsystem. Wie lange der Schutz von mRNA-Impfstoffen genau anhält, sei laut der Forschergruppe um Ellebedy schwer vorherzusagen. Ohne Varianten könnte die Immunität theoretisch ein Leben lang andauern. Aber das Virus entwickele sich eindeutig weiter.

+++ 05:52 Studie: Homeoffice beliebt – Viele wollen weitermachen +++
Das Arbeiten in den eigenen vier Wänden ist während der Corona-Pandemie beliebter geworden. Laut einer repräsentativen Befragung unter 1000 Erwerbstätigen in Nordrhein-Westfalen könnten 57 Prozent sich vorstellen, in Zukunft mindestens die Hälfte ihrer Zeit von zu Hause aus zu arbeiten, berichtet die Krankenkasse DAK-Gesundheit in Düsseldorf. 85 Prozent der befragten Männer und Frauen meinten, dass sich dafür geeignete Aufgaben grundsätzlich hier genauso gut erledigen ließen wie am normalen Arbeitsplatz in der Firma. Sechs von zehn Befragten empfänden sich sogar als produktiver und nähmen die Arbeit angenehmer wahr als im Büro. Laut der Befragung wird der Zeitgewinn gewürdigt, weil der Weg zur Arbeit wegfällt (74 Prozent). Als Pluspunkte wurden auch genannt eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie (85 Prozent) und die gezieltere Verteilung der Aufgaben über den Tag (63 Prozent).

+++ 05:08 Inzidenz sinkt laut RKI auf 5,4 +++
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 404 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 455 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 5,4 an (Vortag: 5,6; Vorwoche: 8,0). Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 57 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 77 Tote. Der Sieben-Tage-R-Wert lag dem RKI zufolge am Montagnachmittag bei 0,79 (Vortag: 0,82). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 79 weitere Menschen anstecken.

+++ 04:24 Dahmen: Sorglosigkeit bei EM macht „alles kaputt“ +++
Vor dem Achtelfinale der deutschen Nationalmannschaft im Wembley-Stadion in London fordert der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen mehr Corona-Vorsicht bei der Europameisterschaft. „Es besorgt mich als Gesundheitspolitiker und Arzt gleichermaßen, wenn trotz des rasanten Anstiegs gefährlicher Virusvarianten an den dicht-gedrängten Fußballstadien, oftmals ohne ausreichenden Abstand und Maske, festgehalten wird“, sagt der Bundestagsabgeordnete. Dahmen wandte sich generell gegen den derzeitigen Corona-Kurs der EM-Verantwortlichen. „Inzwischen sind ja sogar Nationalspieler mehrerer Mannschaften infiziert“, sagt er. „Wir machen so alles kaputt, was wir uns an niedrigen Fallzahlen aufgebaut haben.“ Der Politiker und Arzt forderte: „Fußball sollte Vorbild sein und nicht in trügerischer Sorglosigkeit selbst zum Pandemietreiber werden.“

+++ 03:36 Seehofer will „Schleiermaßnahmen“ statt Grenzkontrollen +++
Bundesinnenminister Horst Seehofer ist für Kontrollen von Reiserückkehrern an den Grenzen, will aber Chaos vermeiden. Für stationäre Grenzkontrollen sehe er derzeit keinen Anlass. Seehofer hat aber auch Verständnis für den aktuellen Vorstoß aus Bayern. „Wir müssen schauen, dass wir uns nicht ein Infektionsgeschehen zusätzlich ins Land holen“, sagte Seehofer. Derzeit müsse aber niemand fürchten, dass die Grenzen in Europa wieder dichtgemacht werden. Denn in den Nachbarländern herrschen ähnliche Infektionsverhältnisse wie in Deutschland. „Wir haben im Moment kein Mutationsgebiet um uns herum“, sagte Seehofer. Seehofer schwebt statt stationärer Grenzkontrollen ein ähnliches System wie im vergangenen Jahr vor. Eine sogenannte „Schleiermaßnahme“, bei der die Reisenden auf Plätzen möglichst dicht nach der Grenze kontrolliert werden. Auch dass dort wieder Schnellteststationen eingerichtet werden könnten, sei „vorstellbar“.

+++ 02:44 Kinderärzte widersprechen Lauterbach +++
Führende Kinder- und Jugendärzte haben sich in der Debatte um Risiken durch die Delta-Variante für Kinder hinter die Beurteilung der Ständigen Impfkommission (STIKO) gestellt. „Wir Kinder- und Jugendärzte folgen der Einschätzung der Ständigen Impfkommission. Diese hat prinzipiell die Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren nur bei bestimmten Vorerkrankungen empfohlen“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Jörg Dötsch, der „Rheinischen Post“. „Daran ändert nach aktuellem Wissensstand auch die Delta-Variante nichts“, so der Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin an der Uniklinik Köln. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte zuvor die STIKO angesichts der starken Ausbreitung der Delta-Variante in vielen Ländern aufgefordert, ihre eingeschränkte Empfehlung für die Corona-Impfung von Kindern zu überdenken.

+++ 01:55 Kommunen drängen auf Umrüstung der Schulen +++
Der Städte- und Gemeindebund drängt auf eine schnelle Umrüstung der Schulen. „Mit Blick auf die Zeit nach den Sommerferien müssen in den Schulen schnellstmöglich die notwendigen organisatorischen und räumlichen Voraussetzungen geschaffen werden, um eine erneute Schließung zu verhindern“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Dies ist umso dringlicher, als dass der überwiegende Teil der Kinder nicht unter die Impfempfehlung der STIKO fällt“, sagte Landsberg. Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission würde das Problem auch nur teilweise lösen, da für Schülerinnen und Schüler unter zwölf Jahren und auch für Kita-Kinder noch kein Impfstoff zugelassen worden sei, fügte er hinzu.

+++ 01:21 Disney verschiebt Probe-Kreuzfahrt – Corona-Tests unklar +++
Der Unterhaltungs- und Freizeitkonzern Disney muss seine erste Probe-Kreuzfahrt verschieben. Die „Disney Dream“ sollte am Dienstag mit 300 Personen an Bord in See stechen. Doch wegen unklarer Testergebnisse bei einigen Crew-Mitgliedern habe der Start verschoben werden müssen, teilte das US-Unternehmen mit. Die zuständige Behörde CDC wertete die Tests als positiv. Wann das Schiff nun ablegen kann, wurde nicht bekannt. In den USA planen mehrere Unternehmen wieder erste Kreuzfahrten. Vergangene Woche war bereits ein Schiff von Royal Caribbean Cruises gestartet.

+++ 23:08 Deutsche Soldaten müssen nach Rückkehr aus Afghanistan in Quarantäne +++
Die aus Afghanistan zurückkehrenden Bundeswehrsoldaten erwartet in Deutschland eine zweiwöchige Pflichtquarantäne. Die Bundeswehr habe sich zu dieser Maßnahme entschlossen, um die Einschleppung der hoch ansteckenden Delta-Variante zu verhindern, berichtete der „Spiegel“. Die in Indien zuerst nachgewiesene Variante verbreitet sich derzeit stark im nahe gelegenen Afghanistan. Im Juni hatte sich nach „Spiegel“-Informationen ein deutscher Soldat in Afghanistan mit der Delta-Variante infiziert. Derzeit sind noch knapp 500 deutsche Soldaten in Afghanistan im Einsatz. Der Abzug soll in den nächsten Tagen abgeschlossen werden, einen genauen Termin will die Truppe aus Sicherheitserwägungen nicht nennen.

+++ 22:21 Griechenland zahlt jungen Leuten für Erstimpfung 150 Euro +++
In Griechenland erhalten junge Leute künftig eine Bezahlkarte im Wert von 150 Euro, wenn sie sich gegen das Virus impfen lassen. Dies kündigte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis in Athen an. Das Angebot richtet sich an 940.000 junge Menschen im Alter von 18 bis 25 Jahren. Insgesamt sind dafür bis zu 141 Millionen Euro eingeplant. Ziel ist, dass in dem 11-Millionen-Einwohner-Land bis Ende Juli knapp 60 Prozent der Bevölkerung voll geimpft sind. Die so genannte Freiheitskarte sei als Dank für die Geduld junger Menschen während der Pandemie gedacht, aber auch als Anreiz, sich impfen zu lassen, sagte Mitsotakis. Sie kann für Hotelbuchungen, Fähr- und Flugtickets sowie Konzerte und Museumsbesuche genutzt werden. „Es kann sein, dass Jüngere denken, sie kriegen kein Corona, oder wenn, dann erkranken sie nicht stark“, so der Ministerpräsident. „Aber sie sind Träger des Virus und ermöglichen dadurch die Weiterverbreitung.“

+++ 21:49 Fast 154 Millionen US-Bürger vollständig geimpft +++
In den USA sind inzwischen fast 154 Millionen Menschen vollständig geimpft, wie die Seuchenbehörde CDC mitteilt. Insgesamt seien über 324 Millionen Dosen verabreicht worden. Über 179 Millionen Menschen seien mindestens einmal geimpft worden. In den USA leben 328 Millionen Menschen.

+++ 21:10 Bundesländer melden 261 neue Fälle +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 3.727.298 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 261 neue Fälle hinzu. Im Vergleich zur Vorwoche ist das ein Rückgang um 28,3 Prozent. Am 21. Juni waren 364 Neuinfektionen gemeldet worden. Der Wert heute ist der niedrigste an einem Montag seit dem 8. Juni 2020.

+++ 21:06 22 Todesfälle binnen 24 Stunden registriert +++
Die Zahl der Todesfälle an oder mit dem Virus stieg nach Länderangaben um 22 auf nunmehr insgesamt 90.776 Tote. Als aktuell infiziert gelten rund 15.872 Personen. Laut RKI-Schätzungen gelten 3.620.650 Menschen als genesen.

+++ 21:02 R-Wert in Deutschland steigt weiter und nähert sich 1,0 +++
Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 0,95 angegeben (Vortag: 0,94). Das bedeutet, dass rein rechnerisch 100 Infizierte 95 weitere Personen mit Sars-CoV-2 anstecken. Der für Schwankungen weniger anfällige 7-Tage-R-Wert ist leicht gesunken und liegt bei 0,79 (Vortag: 0,82). Bleibt die Ansteckungsrate über einen längeren Zeitraum unter 1,0, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Laut DIVI-Register werden in Deutschland derzeit 693 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 487 davon werden beatmet.

Die Entwicklungen des Vortags lesen Sie hier.