SPD-Experten: Datenschutzbeauftragte dürfen Schulen nicht nur Tools verbieten

Die für den Datenschutz an den Schulen zuständigen Datenschutzbeauftragten sollten sich nach Einschätzung der Digital- und Bildungsexperten der SPD-Bundestagfraktion nicht darauf beschränken, bestimmte Online-Dienste und Programme für den digitalen Unterricht zu untersagen. „Für jedes Verbot für einen Videoaustausch oder einen bestimmten Messenger sollten die Datenschutzbehörden auch Hinweise geben, was man nutzen kann“, sagte der digitalpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Jens Zimmermann, am Montag in Berlin. Die Behörden hätten nicht nur eine Überwachungsfunktion, sondern auch eine Beratungsfunktion.

Beim Datenschutz an den Schulen dürfe es keine Kompromisse geben. „Es geht um Schülerinnen und Schüler, es geht um Minderjährige“, sagte Zimmermann. Verbindliche Empfehlungen würden aber auch von den Lehrerinnen und Lehrern eingefordert. „Viele Lehrkräfte haben auch die Sorge, dass sie da irgendwas falsch machen, weil sie in erster Linie erklärt bekommen, was sie alles nicht dürfen.“

Der bildungs- und forschungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Oliver Kaczmarek, setzte sich dafür ein, die praktische Umsetzung des Digitalpaktes an den Schulen nicht alleine den bestehenden Lehrkräften zu überlassen. Neue Schulmitarbeiter in der Rolle eines „Bildungstechnologen“ sollten sich um „Beschaffung, Wartung, Pflege und Einführung von Software“ kümmern. Es gehe darum, eine „Leerstelle zu füllen an der Schnittstelle zwischen Administration von technischen Systemen und dem Unterricht“. Diese neue eigenständige Berufsgruppe richte sich an „Leute, die sich auch mit einer pädagogischen Grundhaltung um die technische Infrastruktur in den Schulen kümmern“.


(olb)