Boeing verliert viel Geld, verkündet das nahende Ende des Jumbojets 747

Boeings Umsatz ist im zweiten Quartal um ein Viertel auf 11,8 Milliarden US-Dollar eingebrochen. Hinzu kommt, dass die Firma für jeden eingenommenen Dollar etwa 1,25 Dollar ausgegeben hat. So sind in den drei Monaten fast drei Milliarden Dollar Betriebsverlust und fast 2,4 Milliarden Dollar Nettoverlust aufgelaufen.

Das sind zwar zwölf respektive 19 Prozent weniger Verlust als vor einem Jahr, dafür ist der negative Operative Cash Flow von 590 Millionen auf 5,3 Milliarden explodiert. Nur die Militär- und Raumfahrtsparte konnte ihren Umsatz halten, verzeichnete aber einen Rückgang des Betriebsgewinns von 38 Prozent. Das geht aus den am Mittwoch veröffentlichen Quartalszahlen hervor.

Zur hausgemachten Krise mit abgestürzten Flugzeugen des Typs Boeing 737 Max kommt noch die Coronavirus-bedingte Luftfahrtkrise. Sie hat die Nachfrage nach neuen Flugzeugen sowie nach Dienstleistungen und Ersatzteilen einbrechen lassen. 2021 hofft die Firma, wieder positiven Cash Flow zu erreichen. Anfang Mai hatte Boeing es immerhin geschafft, durch eine Anleihe 25 Milliarden Dollar aufzutreiben.

Damals kündigte das Unternehmen an, etwa jede zehnte Stelle von damals 160.000 zu streichen. 6.000 haben das Unternehmen bereits verlassen. Weil in der Militär- und Raumfahrtsparte zusätzliche Leute gebraucht werden, sollen insgesamt 19,000 andere Mitarbeiter gehen. Oder vielleicht noch mehr: „Leider bedeutet die anhaltende Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, die weitere Produktionskürzung und Nachfragerückgang auslöst, dass wir die Größe unserer Belegschaft erneut überdenken müssen“, hat Boeing-Chef Dave Calhoun am Mittwoch seiner Belegschaft mitgeteilt.

Außerdem hat er das Ende des Boeing „Jumbojets“ 747 bekanntgegeben. Der Flugzeugtyp, der im Jahr der ersten Mondlandung 1969 seinen Jungfernflug absolviert hat, soll nur noch bis 2022 gebaut werden. Das mag am Firmenstolz kratzen, die realen Auswirkungen auf den Konzern werden sich aber in Grenzen halten.

Denn die Nachfrage nach den 747 ist enden wollend. Sie sind sehr groß und damit im Betrieb meistens zu teuer. Zuletzt wurde fast nur noch die Frachtversion gebaut. Im ersten Halbjahr hat Boeing überhaupt nur eine einzige 747 ausgeliefert; auch im ersten Halbjahr 2019, lange vor der Corona-Krise, waren es mit vier Stück nicht wesentlich mehr.


(ds)